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Holger Junghardt aus München schrieb am 30. April 2008
Als passionierter Fahrer historischer Autos muss man auch mal einen Oldtimer-Traktor gefahren haben. Entsprechend gegoogelt kam ich schnell auf das Angebot von Herrn Strobel.
Kurz in den Kalender auf der Website geschaut, einen freien Termin gefunden und diesen Wunsch per Mail verschickt. Die Antwort kam binnen einer Stunde.
Als es kurz vor dem Termin Probleme mit dem Wetter gab, war man sich schnell und unbürokratisch telefonisch über einen Ersatztermin einig.

Trifft man Herrn Strobel und seinen Traktor, merkt man sofort woran man ist. Das Auto ist optisch und technisch perfekt und sein Besitzer von alter Technik begeistert, wovon weitere Oldtimer und viele kleine Utensilien wie z.B. historische Telefone in der Werkstatt zeugen.

Der Traktor wird sehr genau erklärt und bei einer kurzen Probefahrt kommt man schnell mit dem unsynchronisierten Getriebe zurecht.

Auf Wunsch bekommt man einen GPS-Empfänger mit vorprogrammierten Routen. Ich habe mich für einen 4-Stunden-Ausflug entschieden. Die voreingestellte Route führt an einer kleinen bewirteten Alm vorbei.

Endlich geht es los. Der GPS-Empfänger zeigt jederzeit die richtige Richtung an, bei Abzweigungen wird rechtzeitig vorher hingewiesen. Die Routen sind alle manuell herausgesucht und einprogrammiert - wer so etwas schon einmal gemacht hat, weiß wie viel Arbeit dahinter steckt.

Nun aber zum eigentlichen Vergnügen - Traktorfahren ist eine ganz eigene Fahrerfahrung, die man mit nichts anderem vergleichen kann.
Man sitzt auf einer großen, vibrierenden, wohlklingenden Maschine, die einen mit einem angenehmen Tempo durch die Gegend befördert.

Es ist nahezu meditativ, mit 15-20 km/h durch die Landschaft zu fahren. Die Route führt durch kleine Ortschaften über Wege, die ich als nicht Ortskundiger niemals gefunden hätte. Man trifft kaum auf ein Auto. In den Orten auf meiner Tour scheint die Zeit still zu stehen. Dort stehen kleine alte Kapellen, alte Trafohäuschen und wunderbare Bauernhöfe.
Nervten langsam fahrende Traktoren noch auf der Anfahrt, so wird man jetzt von diesen gegrüßt. Überhaupt erlebt man sehr viele angenehme positive Reaktionen. die Leute winken und man bleibt gerne mal für ein kurzes Gespräch stehen.
Man bekommt außerdem einen guten Eindruck, wie das Reisen früher gewesen sein muss, als die ersten Kraftfahrzeuge aufkamen.
Kein Verkehr, gemächliches Tempo, große Maschinen und der Fahrer war noch richtger Motorist.

Auf halbem Wege Pause auf der Alm, wo man bei einer guten Brotzeit einen herrlichen Blich auf die Allgäuer Berge genießen kann.

Nach dem Essen gestärkt gebe ich etwas mehr Gas und staune wie schnell knapp 30 km/h sein können. Aber viel mehr Spaß macht das Traktorfahren bei 15 km/h.

Viel zu schnell sind die 4 Stunden um - ich habe auf meiner Tour 30 Kilometer zurückgelegt. Es war ein wunderbar entspannendes Erlebnis.

Ich kann diese Fahrt jedem Empfehlen der etwas für Technik und/oder Nostalgie übrig hat. Das sehr kundenfreundliche Verhalten Herrn Strobels macht auch die Formalitäten sehr angenehm.
Selbst eine weite Anreise lohnt sich. Wer es nicht ausprobiert, ist selber schuld.

Holger Junghardt
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